Monat: Juni 2011

Wired Deutschland eröffnet die Redaktion

Wired Deutschland eröffnet die Redaktion

Wired- DAS Technologiemagazin aus dem Silicon Valley von Louis Rossetto and Jane Metcalfe im Mai 1993 gegründet, geniesst bis heute hohes Ansehen. Wenig Magazine haben die Netzkultur derart stark beinflusst und geprägt. Bislang gab es Wired ausschliesslich in Englisch, wahlweise als Print- oder Onlineausgaben (US, UK) nun wagt man sich an eine Deutsche Version, zunächst als einmalige Testausgabe und Beilage der Zeitschrift GQ, die erscheint am 9.9. 2011.

Redaktion arbeitet an der Testausgabe

Die Redaktion wurde gestern eröffnet. Mit an Bord sind unter anderem Thomas Knüwer und Christian Jakubetz und Art Director Markus Rindermann, 2002 noch Art Director bei GQ feilt momentan am Design und ist für diese Aufgabe sicherlich genau der Richtige Mann. Überhaupt wird das Magazin von der Erfahrung aller Mitwirkenden sicher stark profitieren und das Experiment einer deutschen Ausgabe von Wired wird hoffentlich auch danach weitergeführt.

Deutsche Ausgabe nimmt auf die Deutschen Verhältnisse Rücksicht

Es gab auch einige Kritiker die lieber gleich eine eigenständige Publikation gesehen hätten, das birgt aber das Risiko dass die erste Ausgabe in der Masse untergehen könnte. Durch die Bündelung mit GQ und ihrer hohen Grundauflage können von Anfang viel mehr Leser angesprochen werden. Die Macher betonen dass Wired in der deutschen Ausgabe auch deutsche Themen enthalten wird. Artikel die aus der aus der englischen Ausgabe stammen werden entsprechend umgearbeitet..

Der Produktionsprozess ist bewusst offener gehalten als in deutschen Verlagshäusern so allgemein üblich, die Vorschläge und Ideen der Leser sind von Anfang an gefragt und erwünscht und werden im Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigt, hier wollen die Herausgeber neue Wege gehen und die Leser viel stärker einbeziehen.

Es gibt im Internet Blogs wie Sand am Meer aber Wired ist einfach Kult, Punkt. Ich werde mir die erste Ausgabe der deutschen Wired sicher nicht entgehen lassen. Sie hoffentlich auch nicht!

Dresden: Innenminister dementiert Einsatz von IMSI Catchern

Dresden: Innenminister dementiert Einsatz von IMSI Catchern

In Dresden wurden laut einem Bericht in der taz nach den Demonstrationen im Januar offenbar fast eine ganze Stadt überwacht. Bislang hat das sächsische Innen- und Justizministerium die Erhebung von über 1’000’000 Mobilfunk-Verbindungsdaten eingeräumt.

Der sächschische Innenminister Markus Ulbig und auch die Polizei Sachsen sind aber der Meinung dass bei der massenhaften Erhebung von Daten die Verhältnismässigkeit trotzdem gewahrt wurde.

Ulbig wehrte sich auch gegen der Vorwurf dass bei den Ermittlungsarbeiten sogenannte IMSI Catcher zum Abhören von Gesprächen eingesetzt wurden, sein wörtliches Dementi lässt jedoch Zweifel aufkommen: ”Mir liegt eine dienstliche Erklärung vor in der wird noch einmal deutlich, in den Datensätzen sind keine Gesprächsinhalte bzw. SMS enthalten, alle Daten sind durch keinen Imsi Catcher entstanden und das was in den Einsätzen am 13. und 19. Februar von der Polizeidirektion Dresden kein IMSI Catcher eingesetzt wurde.”

Der rechtspolitische Sprecher von B90, Die Grünen Johannes Lichdi wirft Ulbig dagegen vor Falschinformationen zu verbreiten und will dafür auch Beweise haben: “Mir liegt ein Dokument vor das nachweist das am 19.2 auf dem Stadtgebiet der Stadt Dresden ein IMSI Catcher eingesetzt wurde.”

Das nächste Wort hat jetzt wohl das Parlament und dort wird das Thema noch für viel Zündstoff sorgen, denn über die Dimensionen der Sammelwut waren auch die Behörden überrascht. Aus 138’630 Datensätzen wurden 65’645 Rufnummern aus diesen ermittelten die Behörden am Ende die relevanten 460 Rufnummern von 406 Personen.

Zwischenzeitlich fordern einige sogar schon den Rücktritt von Ulbig, ihm steht sicher nicht nur ein heisser Sommer bevor.

Was tun gegen Contentklau?

Was tun gegen Contentklau?

Der sogenannte Copy und Paste Journalismus ist heute weitverbreitet und schadet dem Ansehen des Berufsstands enorm. Es gibt aber auch viele Blogger und andere Webseitenbetreiber die sich nicht um Urheberrechte scheren. Was man dagegen tun kann möchte ich heute beschreiben.

Viele Blogger aber auch grosse Zeitungen kennen das Problem: ihr Inhalte werden ohne Angaben von Quellen, seltener auch mit Quellenangabe ohne Nachfrage beim Urheber einfach auf anderen Internetseiten weiterverwendet. Es gibt natürlich auch Blogger die ihre Texte als Public Domain freigeben und ihre Rechte somit abtreten aber das sind recht seltene Einzelfälle. Das Problem ist weiterverbreitet als man denkt, auch bekannte Zeitungen im Netz bedienen sich bei anderen ungeniert und ohne Angabe der Quelle.

Zitate in gewissen Grenzen sind erlaubt

Wichtig ist: es ist nicht völlig verboten Inhalte von anderen Webseiten zu verwenden, kleinere Zitate in Kursivschrift, mit Angabe der Quelle sind in der Regel kein Problem. Wenn ihr Zweifel habt ist es aber besser Kontakt mit dem Urheber aufzunehmen und ihn zu fragen ob die Zitierung eines Textes ganz oder teilweise für ihn in Ordnung ist. Wenn er dagegen ist sollte ihr euch besser die Mühe machen den besagten Text umzuformulieren und neuzuschreiben damit seid ihr wieder der Urheber des Texts.

Jeder Webseitenbetreiber sollte sich mit dem Urheberrecht auseinandersetzen

Wer einen Blog oder eine Internetseite betreibt sollte sich zu diesem Thema Gedanken machen und überlegen ob er seine Texte freigibt das als Public Domain der Öffentlichkeit frei zugänglich macht oder ob er sein Urheberrecht waren möchte- schliesslich können Texte auch bares Geld einbringen und eine Einnahmequelle darstellen.

Selbst wenn ein Autor nicht explizit auf ein Urheberrecht hinweist, solange er das Weiterverbreiten nicht explizit erlaubt sind die Texte durch das Urheberrecht geschützt. Das Problem ist aber dass es im Internet viele Webseiten gibt die im Internet Texte von anderen weiterverbreiten und das in der Regel ohne die Einwilligung des Autors.

Wer sich wehrt macht nichts verkehrt!

Gerade vor ein paar Tagen hatte ich so einen Fall (heute wieder) und war leider so blöd den Backlink freizugeben, was nach etwas Recherche als klarer Fehler bezeichnet werden muss, wie eben geschildert, schliesslich möchte ich als Urheber nicht von Google abgestraft werden, aus dem eben genannten Grund.

Das muss man sich nicht gefallen lassen und man sollte sich dagegen wehren, selbst wenn es einen nicht stört und das hat folgenden Grund: Google kann unter Umständen die eigene Seite abstrafen da der Suchroboter nicht immer eindeutig erkennen wer nun der eigentliche Urheber des Textes ist.

Zitat aus dem Google Blog: “Ärger Dich nicht zu sehr über Seiten, die Content klauen. Es ist sehr unwahrscheinlich das sie Dein Ranking bei Google negativ beeinflussen.” Mag sein dass das Google so sieht aber ganz ausgeschlossen ist es eben doch nicht.

Verschafft euch einen Überblick ob Plagiate existieren

Aus diesem Grund sollte man sich ab und zu einen Überblick verschaffen ob im Internet Plagiate der eigenen Texte existieren, dafür gibt es viele Möglichkeiten die auf der Internetseite http://www.contentklau.de/ sehr gut beschrieben sind.

Schwierig wird es wenn der Seitenbetreiber nicht in Europa hostet

Wenn ihr bemerkt dass jemand einen Text geklaut hat solltet ihr als erstes den Betreiber der Webseite kontaktieren und ihn darauf hinweist das ihr das nicht billigt und er den Text bitte entfernen soll, gleich von Anfang an etwas Druck aufzusetzen halte ich hier nicht für verkehrt. Das grosse Problem ist aber  das es auch viele derartige Seiten gibt die im Ausland gehostet sind oder überhaupt keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten. In solchen Fällen empfiehlt es sich einen Fachanwalt zuzuziehen denn die wissen am besten was in solchen Fällen zu tun ist. Eine weitere Möglichkeit ist es die Seite bei Google zu melden. Information dazu gibt es hier:  http://www.google.com/dmca.html

Eine gute Möglichkeit die eigenen Texte vor den Klaurobotern zu schützen bietet folgender Eintrag in der .htacess Datei die sich im Stammverzeichnis deiner Webseite befindet:

Code:

deny from .webseite-die-contentstiehlt.com

Ein paar Tips zum Schluss

Wenn ihr eure Artikelideen von anderen Webseite bezieht solltet ihr auch darauf hinweisen und die Seite auch verlinken, so weist ihr euch als echter Blogger aus, alles andere ist unlauter und unter eingefleischten Bloggern absolut verpönt. Wir alle werden von anderen beinflusst und wir sollten auch dazu stehen.

Bei Bildern gilt grundsätzlich: eine Quellenangabe sollte unbedingt vorhanden sein. Natürlich könnt ihr euch Creative Commons Material verwenden aber auch dort ist ein Hinweis notwendig.

Erstellt für eure Webseite ein Impressum mit dem Hinweis dass ihr die Urheberrechte nach bestem Wissen und Gewissen wahrt, Ein Beispiel findet ihr hier im Impressum, ihr dürft den Text weiterverwenden und in diesem besonderen Fall braucht es keine Quellenangabe.

Stephen Elop: “es gibt kein zurück zu MeeGo, auch wenn das N9 ein Verkaufsschlager wird”

Stephen Elop: “es gibt kein zurück zu MeeGo, auch wenn das N9 ein Verkaufsschlager wird”

Nicht lange nachdem das erste Video des ersten Nokia Windows Smartphone mit dem  Codenamen “Sea Ray” durchgesickert war erklärte Nokia CEO Stephen Elop einer Finnischen Zeitung dass MeeGo eingestellt wird und das unabhängig davon ob das einen Tag zuvor vorgestellte N9 ein Erfolg wird oder nicht. In Elops Worten: “es gibt kein zurück zu MeeGo, auch wenn das N9 ein Verkaufsschlager wird,” schrieb die Finnische Tageszeitung the Helsingin Sanomat.

MeeGo Fans sind tief enttäuscht von Nokia

Am Donnerstag versetzte Elop die Blogosphäre in Aufruhr als er das erste Nokia Windows Smartphone vorstellte das Gerüchten zufolge im diesen Herbst auf den Markt kommen soll. Das hinterliess aber auch einen bitteren Nachgeschmack für die immer noch zahlreichen MeeGo Fans. Die meisten von ihnen, Nutzer wie Entwickler, halten Nokia seit vielen Jahren die Treue und lieben MeeGo leidenschaftlich.

“Ich bin sicher dass die Windows Geräte ein grosser Erfolg werden”

Elop, der früher bei Microsoft arbeitete, kündigte im Februar die Zusammenarbeit von Nokia und Microsoft an und erklärte dass zukünftig Windows Phone 7 als Betriebssystem in Nokia High-End Smartphones eingesetzt wird, Nokias Eigenentwicklungen Symbian und MeeGo würden zu “Wissenschaftlichen Projekten” herabgestuft. ”Ich habe an Gesprächen mit Mobilfunkbetreibern teilgenommen und ich war auch bei den Testgruppen der Konsumenten dabei. Die Resonanz war äußerst positiv und ich bin sicher, dass die Windows Geräte ein grosser Erfolg werden”, sagt Elop.

Nokia braucht dringend wieder ein Erfolgserlebnis

Elop ist auf die Zusammenarbeit mit Microsoft dringend angewiesen, denn die Verkaufszahlen von Nokia sind schon lange rückläufig und auch für dieses Jahr sind Erwartungen alles andere als optimistisch, Nokia musste schon Tausende Mitarbeiter entlassen und auch viele einst treue Fans von Nokia distanzieren sich von der einst heissgeliebten Firma. In Deutschland hat sich Nokia mit der Schliessung des Werks in Bochums viele Feinde gemacht wie dieses Beispiel gemacht: “Ich habe in meinem Leben bereits fünf Nokia Handys gekauft. Wegen der Werkschliessung in Bochum werde ich nie wieder irgendetwas von Nokia kaufen, nicht mal geschenkt will ich irgendwas von Nokia.” (Kommentar eines Nutzers von Golem.de.) Er steht mit seiner Meinung beileibe nicht alleine da.

2015: liegt Nokia wieder vor iOS?

Elop kümmern derartige Kommentare wohl nicht allzusehr. Im selben Interview sagte Elop dass er “sicher” ist dass die kommenden Nokia Windows Smartphones “ein grosser Erfolg werden.” “ich verstehe vollkommen dass die Investoren glänzende Resultate von unserer neuen Strategie erwarten, das wird einige Zeit brauchen, aber ich bin sicher wenn sich die Resultate unserer neuen Strategie zeigen werden auch die Zweifel verschwinden.” Derzeit liegt der Marktanteil von Windows Phone 7 bei lediglich 3.8%, schenkt man aber den Analysten von IDC glauben wird dieser Anteil 2015 bei 20.3% liegen- somit läge Windows Phone 7 an zweiter Stelle, noch vor dem iPhone-Betriebssystem iOS.