Monat: Mai 2011

der nächste Computer- unsere Gene!

der nächste Computer- unsere Gene!

Der Professor Jian Shu-Jun arbeitet mit seinen Schülern an einem Computer der auf DNA basiert. Das könnte die Zukunft der Computertechnologie sein.

der menschliche Computer

“Menschen sind mehr oder weniger auch nichts anderes als ein Computer” so Shu-Jun der als Professor an der Hochschule für Maschinenbau und Luft-und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Nanyang in Singapur arbeitet. “Für einige Probleme könnten DNA basierte Computer in der Tat die Siliziumbasierten Computer ablösen, sie bieten viele Vorteile.” Shu hat zusammen mit seinen Schülern Qi-Wen Wang und Kian-Yan Yong daran gearbeitet einen Weg zu finden durch die Manipulation von DNA-Strängen bestimmte Arten von Problemen zu lösen. Ihre Arbeit trägt den Titel ”DNA-basiertes Computing für Strategische Zuordnungsprobleme.”

DNA “rechnet” sehr schnell

Sie sind der Meinung dass der menschliche Körper Berechnungen viel schneller durchführt als die schnellsten Siliziumbasierten Computer- was auch stimmt, nur ist das menschliche Gehirn zumindest was die Datenübertragung anbelangt den Computern hoffnungslos unterlegen- das ist aber wieder ein etwas anderes Thema. Shu meint zu Recht dass Computer aus Silizium nicht sehr umweltfreundlich sind- eine ziemliche Untertreibung, bedenkt man dass für die Herstellung eines einzigen Chips bis zu 50 kg Chemikalien benötigt werden, dazu kommen auch noch Unmengen an elektrischer Energie. Ein weiteres Problem ist die entstehende Abwärme. All diese Probleme liessen sich durch den Einsatz von DNA basierten Computer auf einen Schlag lösen!

DNA basiertes Computing könnte sich vor allem für strategische Probleme bewähren. “Auch mit den schnellsten Computern kann es bei bestimmten Problemen Monate dauern bis der Computer die Lösung errrechnet hat.” sagt Shu. Mit DNA basierten Computern könnten auch sehr komplexe parallele Probleme, kombinatorische Probleme oder auch Probleme im Bereich der Künstlichen Intelligenz viel effizienter gelöst werden.

Allerdings ist es noch ein weiter Weg bis zum DNA Computer

“Ein Silikonbasiertes System beruht auf dem binären System,” erklärt Shu. “Mit DNA basierten Computern ist man nicht mehr auf 0 und 1 allein angewiesen. DNA basiert auf A, G, C, T, was die Möglichkeiten erweitert.DNA basiertes Computing birgt das Potential auch mit Problemen umgehen zu können die die Möglichkeiten herkömmlicher Computer übersteigen. Shu gibt allerdings zu bedenken dass sich seine Arbeit momentan noch einem sehr frühen Stadium befindet und noch viel Arbeit für ihn und sein Team zu tun bleibt bis die DNA basierten Computer dereinst womöglich in jedem Haushalt stehen werden.

Ein grosses  Problem das es noch zu lösen gilt sind die Kosten- “DNA kostet im Moment sehr viel und die Kommerzialisierung ist alles andere als einfach.” Eine andere Herausforderung ist die Darstellung der Daten auf einem Bildschirm. Es ist sehr schwierig die Daten darzustellen da man hierfür Elektronik benötigt. ” Wir müssen noch das fehlende Glied zwischen der langsamen Elektronik und der schnellen DNA finden.”

“DNA ist die Zukunft der Computertechnologie”

Trotz aller Schwierigkeiten ist Shu optimistisch. “Wir haben einige Fortschritte gemacht und wir erwarten dass es so weitergeht- DNA ist die Zukunft in der Computertechnologie.”. DNA is the future of computing.”

Türkei: Tausende demonstrieren gegen Internetzensur

Türkei: Tausende demonstrieren gegen Internetzensur

In Istanbul haben diesen Sonntag Tausende von Menschen gegen die Pläne der Regierung zur Einführung von Internetfiltern ab dem 22. August protestiert. Mit Schildern wie “befreit jetzt gebannte Links” und “Hände weg von unserem Internet” zog die Menge unter ständigem Applaus durch die Stadt und dabei kam es auch immer wieder zu Sitzstreiks.

Die Regierung stellt sich derweil auf den Standpunkt dass ihr vierstufiges Filtersystem in erster Linie dem Schutz der Kinder vor unangemessenen Inhalten dienen würde. Kritiker bezweifeln hingegen diese ach so edelmütigen Ziele der Regierung.

Die Gruppe die aus vielen Redaktoren der Internetseite “Ekşi sözlük” sagten, dass die Regierung plant mit dieser Massnahme den Zugang zu freien Informationen einzuschränken, was in Wahrheit wohl auch die wahre Absicht der türkischen Regierung ist. “Für Familien die ihre Kinder schützen wollen gibt es genug Filtersysteme die sogar kostenlos angeboten werden. Aus diesem Grund bin ich gegen diese Massnahme, wir wollen keine Filtersysteme die uns 24 Stunden am Tag überwachen sagte der 25 jährige Demonstrant Emre Halman.

Internetnutzer die bislang auf verbotene Webseiten zugreifen konnten indem sie ihre DNS Werte veränderten werden unter der neuen Regulierung nicht mehr auf diese Seiten zugreifen können, sagte, Ece Öztürk, der für Ekşi Sözlük schreibt. “Die Menschen werden keine Chance haben herauszufinden welche Webseiten bei den vier Filtern: Standard, Familie, Kinder und innerstaatlich zensiert werden. “Jedem Nutzer wird bei der Auswahl des Filters ein Benutzername zugeordnet werden, da wir nicht wissen was genau zensiert werden wir in jedem Fall bestraft werden,” sagte Öztürk.

Andere Demonstranten sind der Meinung dass den Menschen die Entscheidung überlassen werden sollte, was sich für sich als gefährlich erachten und diese Anwendung macht nichts anderes als uns auszuspionieren. “Die Leute greifen auf so viele verbotene Webseiten zu, indem sie vorgeben sie würden sich im Ausland befinden. Die Freiheit selber zu entscheiden wird verloren gehen. Das ähnelt Spionage weil jeder Schritt der Menschen überwacht wird,” sagte der Demonstrant Alper Halıcı, 25.

Viele Demonstranten sagten, dass nun eine kleine Gruppe von Konservativen dem Rest der Bevölkerung vorschreiben will welche Seiten sie besuchen dürfen. Wir sind gegen solche Restriktionen in einer Atmosphähre in der eigentlich die Freiheit herrschen sollte,” sagte Serkan Ökter, ein 35 jähriger IT-Berater. Diese Filter dienen nicht nur dazu pornographische Seiten zu blockieren, sagte der Demonstrant D.Y., der nur mit seinen Initialen zitiert werden wollte, er glaubt dass es nur darum geht die Menschen zu kontrollieren.

Die Proteste fanden in mehr als 40 Provinzen verteilt über die ganze Türkei statt.

Meinung der Redaktion:

Da war doch was? Seit Jahren redet man über einen EU-Beitritt der Türkei und auch die Türkei bekräftigt immer wieder dazugehören zu wollen und jetzt wird deutlich dass es in der Türkei auch sehr konservative Kräfte gibt, die nicht im Traum daran denke Demokratie und Freiheit zuzulassen.

Ich bin aber überzeugt, dass gerade im Zuge der momentanen Demokratisierungs- und Protestwelle in der arabischen Welt solche Pläne vielleicht nicht sofort zum scheitern verurteilt sind, aber es wird für diese Kräfte (hoffentlich) sehr schwer werden ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Leider hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass in der Türkei die Meinung der Menschen für die Regierung nicht relevant war. Allerdings sollte sich die Machthaber bewusst sein, dass aus aus ein paar Tausend Demonstranten sehr schnell Zehn- oder gar Hundertausende Demonstranten werden können, deshalb würden sie gut daran tun ihre absurden Pläne schleunigst dorthin zu bringen wo sie hingehören- auf den Müll nämlich!